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Gesellschaft CJZ Lüneburg e.V.

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Die Lüneburger Synagoge

Mehr als 200 Jahre lang mussten sich die Mitglieder der jüdischen Gemeinde in Lüneburg zum gemeinsamen Beten in Privaträumen oder wechselnden angemiete¬ten Sälen treffen. Im Jahr 1892 legte man am Schifferwall endlich den Grundstein für eine Lüneburger Synagoge, die nach zweijähriger Bauzeit am 6. Juni 1894 eingeweiht wurde. Maßgeblich an der Finanzierung beteiligt war der Gemeindevorsteher und Bankier Marcus Heinemann. Der prächtige Bau bot Platz für 200 Personen.

1930 hatte die Gemeinde knapp 150 Mitglieder, von denen bis 1938 zwei Drittel vor der NS-Judenverfolgung aus der Stadt flohen. Durch antisemitische Gesetze finanziell in die Enge getrieben, konnte die kleine Gemeinde die Synagoge nicht mehr halten. Im Herbst 1938 wurde sie gezwungen, das Gebäude auf eigene Kosten abreißen zu lassen und das Grundstück weit unter Wert an die Industrie- und Handelskammer zu verkaufen. Der letzte Gottesdienst fand Ende Oktober statt. Ein Teil der Steine der Synagoge wurde zur Befestigung des Untergrunds einer Straße in Adendorf verwendet, die Kultgegenstände gelten bis heute als verschollen. 1941 stellte die IHK das Grundstück der Stadt Lüneburg zur Verfügung, die auf den Trümmern der Synagoge einen Kinderspielplatz baute.

Nach dem Krieg bildeten Überlebende des Konzentrationslagers Bergen-Belsen in Lüneburg noch einmal für kurze Zeit eine jüdische Gemeinde. Sie sorgten dafür, dass 1950 auf dem Grundstück der zerstörten Synagoge eine Stele zur Erinnerung errichtet wurde.

Das Grundstück wurde an die „Jewish Trust Corporation“ zurückgegeben, die den westlichen Teil an die Evangelische Landeskirche und den östlichen Teil an die Stadt verkaufte. 1955 entstand am Ort der früheren Synagoge ein kirchlicher Verwaltungsbau. Schon vorher war der Gedenkstein an den Rand des ehemaligen Synagogengrundstücks versetzt worden, auf das Areal der heutigen Gedenkstätte.

Info-Flyer (dt./engl.)

         

Bild links: Innenraum der Synagoge, undatiert. Foto: Museum Lüneburg
Bild rechts: Synagoge kurz vor dem Abriß 1938. Foto: Geschichtswerkstatt Lüneburg